Dipl.-Kfm. Jochen Oehlschläger Steuerberater Fachberater für Internationales Steuerrecht
Dipl.-Kfm. Jochen OehlschlägerSteuerberaterFachberater für Internationales Steuerrecht

Steuerliche Änderungen ab 1.1.2023

 

Außergewöhnliche Belastungen

 

  • Höchstbetrag für die Berücksichtigung von Unterhaltsaufwendungen steigt auf 10.908 Euro.
  • Erhöhung des Ausbildungsfreibetrags für volljährige Kinder, die sich in Ausbildung befinden, auswärts untergebracht sind und für die ein Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag besteht, von 924 Euro jährlich auf 1.200 Euro jährlich bzw. von 77 Euro je Monat auf 100 Euro je Monat, in dem die genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

 

 

Sonderausgaben

 

  • Vollständiger Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen ab dem Jahr 2023 statt 2025.

 

 

Familienlastenausgleich

 

  • Anhebung des Kinderfreibetrags auf 3.012 Euro (ein Elternteil) bzw. 6.024 Euro (Elternpaar). Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf: 4.476 Euro (ein Elternteil) bzw. 8.952 Euro (Elternpaar).

 

 

Kindergeld

 

  • Das Kindergeld für das erste und zweite Kind wird von monatlich jeweils 219 Euro um 31 Euro auf 250 Euro und für das dritte Kind von monatlich 225 Euro um 25 Euro auf ebenfalls 250 Euro angehoben. Das Kindergeld für das vierte und weitere Kinder bleibt unverändert. Damit beträgt das Kindergeld ab 2023 einheitlich für jedes Kind monatlich 250 Euro.

 

 

Solidaritätszuschlag

 

  • Anhebung der Freigrenze beim Solidaritätszuschlag: Bis zu einer zu zahlenden Lohn- oder Einkommensteuer in Höhe von 17.543 Euro bei Einzelveranlagung bzw. von 35.086 Euro bei Zusammenveranlagung wird kein Solidaritätszuschlag erhoben.

 

 

Sparer-Pauschbetrag

 

  • Erhöhung des Sparer-Pauschbetrags von 801 Euro auf 1.000 Euro bei Einzelveranlagung bzw. von 1.602 Euro auf 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung. Bereits bestehende Freistellungsaufträge sind vom Abzugsverpflichteten prozentual zu erhöhen.

 


Arbeitnehmerpauschbetrag

 

  • Der Arbeitnehmerpauschbetrag wird von 1.200 Euro auf 1.230 Euro erhöht.

 

 

Arbeitszimmer und Homeoffice

 

  • Kosten für ein Arbeitszimmer können in voller Höhe abgezogen werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet. Alternativ kann ein Pauschbetrag von 1.260 Euro als Jahrespauschale abgezogen werden. .
  • Entfristung und Erhöhung der sog. Home Office-Pauschale auf 6 Euro pro Tag und maximal 1.260 Euro/Jahr (= 210 Tage je 6 Euro). Die Möglichkeit, die Home Office-Pauschale anzusetzen, gilt für jeden Kalendertag, an dem die betriebliche oder berufliche Tätigkeit überwiegend in der häuslichen Wohnung ausgeübt und keine außerhalb der häuslichen Wohnung belegene erste Tätigkeitsstätte aufgesucht wird.  Kein Abzug ist zulässig, soweit für die Wohnung Unterkunftskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung oder ein Abzug für ein Arbeitszimmer vorgenommen wird.

 

 

Alleinerziehende

 

  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird von 4.008 Euro um 252 Euro auf 4.260 Euro angehoben.

 

 

Rechnungsabgrenzungsposten

 

  • Die Bildung eines Rechnungsabgrenzungspostens kann unterbleiben, wenn die jeweilige Ausgabe oder Einnahme die Grenze für sog. geringwertige Wirtschaftsgüter von aktuell 800 Euro nicht übersteigt. Dies gilt für nach dem 31. Dezember 2021 endende Wirtschaftsjahre.

 

 

Abzinsung von unverzinslichen Verbindlichkeiten

 

  • Die Verpflichtung, unverzinsliche Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mindestens 12 Monaten in Höhe von 5,5 Prozent abzuzinsen, fällt für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2022 enden, weg. Auf Antrag ist dies auch für frühere Wirtschaftsjahre möglich.
  • Rückstellungen für Verpflichtungen, die nicht verzinslich sind oder auf einer Anzahlung oder Vorausleistung beruhen, sind weiterhin um 5,5 Prozent abzuzinsen, wenn deren Laufzeit am Bilanzstichtag mindestens 12 Monate beträgt.

 

 

Gebäudeabschreibung

  • Anhebung des linearen AfA-Satzes für die Abschreibung von Wohngebäuden, die nach dem 31. Dezember 2022 fertiggestellt worden sind, auf 3 Prozent.
  • Erweiterung der Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau nach § 7b EStG.

 

 

Photovoltaikanlagen
 

Einführung einer ertragsteuerlichen Steuerbefreiung für Einnahmen und Entnahmen im Zusammenhang mit dem Betrieb bestimmter Photovoltaik-Anlagen:

  • Anzuwenden für Einnahmen und Entnahmen, die nach dem 31. Dezember 2021 erzielt oder getätigt werden, in Zusammenhang mit dem Betrieb
    • von auf, an oder in Einfamilienhäusern oder nicht Wohnzwecken dienenden Gebäuden vorhandenen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Bruttoleistung von bis zu 30 kW (peak)
    • von auf, an oder in sonstigen Gebäuden vorhandenen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Bruttoleistung von bis zu 15 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit
  • Pro Steuerpflichtigem oder Mitunternehmerschaft sind insgesamt höchstens 100 kW (peak) steuerbefreit.
  • Die Steuerbefreiung gilt unabhängig vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage, also auch für „Altanlagen“.

 

Nullumsatzsteuersatz mit Vorsteuerabzug für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen nach dem 31. Dezember 2022:
 
Erfasst werden:

 

  • Lieferungen, innergemeinschaftlicher Erwerb und Einfuhr
    - von Solarmodulen an den Betreiber einer Photovoltaikanlage, einschließlich der für den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und der Speicher, die dazu dienen, den mit Solarmodulen erzeugten Strom zu speichern 
    - für Photovoltaikanlagen auf oder in der Nähe von Privatwohnungen, Wohnungen sowie öffentlichen und anderen Gebäuden, die für dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten genutzt werden.
    - Diese Voraussetzungen gelten als erfüllt, wenn die installierte Bruttoleistung der Photovoltaikanlage laut Marktstammdatenregister nicht mehr als 30 Kilowatt (peak) beträgt oder betragen wird.


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Steuerberatung: Steuerinländer mit Auslandsbeziehungen, Steuerausländer mit Inlandsbeziehungen Zur Terminvereinbarung ...

Jochen Oehlschläger

Diplom-Kaufmann
Steuerberater
FB für Internationales Steuerrecht

 

Mosbacher Straße 20
65187 Wiesbaden

Telefon: +49 (611) 204 6694

Telefax: +49 (611) 204 6695

stb@jochen-oehlschlaeger.de

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